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Erste digitale Kinderuni ein voller Erfolg

Bis zu 450 Zuhörerinnen und Zuhörer saßen bei den vier Veranstaltungen jeweils vor dem Bildschirm

Die digitale Kinderuni Siegen hat in ihrer Frühjahrsstaffel über 400 Menschen erreicht. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an Acht- bis Zwölfjährige. Da die faszinierenden Themen im März aber via ZOOM und Computer in die Häuser und Wohnungen gelangen, nutzten laut Umfrage auch 29 Prozent der Eltern die Möglichkeit dabei zu sein. Nahezu exakt 350 Anmeldungen lagen dem Kinderuni-Team vor, rund 200 Computer waren bislang zugeschaltet. 37 Prozent der Kinder schauten allein, 44 Prozent zu zweit, 16 Prozent zu dritt, 6 Prozent zu viert….

Das Zuschalten lohnte auf jeden Fall. Die Themen rund um die Nachhaltigkeit sind und waren faszinierend. Via Chat wurden viele Fragen gestellt, die Diskussionen waren lebhaft.

Prof. Dr. Rainer Brück (Professor für medizinische Informatik), Prof. Dr. Veit Braun (Chefarzt für Neurochirurgie im Intensivmedizin am Diakonieklinikum in Siegen), Dr. Olaf Gaus („Leiter des Forschungsschwerpunkts Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät“) nahmen die Mädchen und Jungen mit auf eine Zeitreise von der Vergangenheit der Medizin in deren Zukunft. Das Thema lautete „Der Hausarzt und WhatsApp – haben die was gemeinsam?“.

Veit Braun entführte visuell in einen OP-Saal der 1960er Jahre. Schwestern mit weißen Hauben, Ärzte in Wickelkitteln, monströse Apparate – heute bietet Medizintechnik die Möglichkeit, ohne Schnitte in menschliche Körper zu schauen oder nur mit ganz kleinen Schnitten zu diagnostizieren und zu operieren. Braun: „In fünf Jahren ist die Medizin mit noch mehr Technik versetzt.“ Auch Operationen über Kontinente hinweg sind denkbar. Der ärztliche Direktor: „Zurzeit konzentriert sich die Digitalisierung der Medizin vor allem auf die Krankenhäuser. Wir wollen Hightech in die Fläche bringen.“

Prof. Brück zeigte am Beispiel von Oma Irle aus Niederholzklau (87 Jahre alt, Rollator, alleinlebend), dass ein Alarmring zu mehr Sicherheit im häuslichen Umfeld beitragen kann. Sensoren nehmen die Bewegungen auf; ist die alte Dame gestürzt und bewegt sich nicht mehr, geht ein Alarmruf in der Arztpraxis ein. Eine Warn-Uhr (siehe WhatsApp), die die Hautfeuchtigkeit misst, erinnert daran, ausreichend zu trinken. Brück: „Da liegt die Zukunft. Man muss nicht immer sofort zum Arzt.“

Dr. Gaus demonstrierte, wie eine Online-Sprechstunde zwischen Patient und Arzt aussieht: „Wir schalten uns mit dem Arzt zusammen und erklären, was wir haben. Der Arzt zieht daraus Schlüsse“. Ein „digitaler Zwilling“ mit Daten über den Gesundheitszustand des Patienten ist dabei hilfreich. Ein EXO-Skelett hilft verunfallten Menschen wieder laufen zu lernen. Sensoren imitieren die Realität. Die Digitalisierung ist also auf dem Weg.

Prof. Dr. Robert Brandt (Maschinenbau) entführte seine jungen Zuhörerinnen und Zuhörer in die Welt immer leichter werdender Automobile. Was ist Leichtbau? – Gegenstände haben ein Gewicht, eine Masse. Isaac Newton interessierte sich für die Frage, warum ein Apfel vom Baum fällt. Erdanziehung und Masse sind die Gründe. Auf einer Wippe sitzt die schwerere Person immer näher am Zentrum, damit das Wippen funktioniert. Brandt: „Es gibt ähnliche Effekte beim Auto.“

Eine leichte Kugel lässt sich besser einen Berg hinauf rollen als eine schwere. Der Fahrwiderstand kann aber auch durch eine windschlüpfrige Gestaltung reduziert werden. Aluminium ist leichter als Stahl; eine Hohlkonstruktion ist leichter als Vollmaterial. Rund um die Sicherheit von Autos und vor allem der Insassen wird viel geforscht. Crash-Tests geben Aufschluss, Fahrzeugnasen aus Faserverbundwerkstoffen werden am Fallturm darauf getestet, ob sie die Wucht des Aufpralls abfangen und der Fahrer geschützt ist. Brandt: „Leichte Autos können sehr, sehr sicher sein.“

Nachhaltigkeit spielt auch in der Autoindustrie eine große Rolle: Leichte Autos benötigen weniger Kraftstoff. Geschaut wird auf Nachhaltigkeit in den Lieferketten, die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, die Wiederverwertung von Material und den Einsatz von Recyclingwerkstoffen sowie den Bau von Elektro-, Wasserstoff- und Solar-Autos.

Auf eine spannende Reise nach Afrika nahm die Sachbuchautorin Maja Nielsen die Jungen und Mädchen im Rahmen der vierten und für die Frühjahrsstaffel letzten Kinderuni-Veranstaltung mit. Zugeschaltet war Klaus Vetter als Vertreter der Heidi-und-Klaus-Vetter-Stiftung, die die Lesung finanzierte. Im Mittelpunkt stand die Primatenforscherin Jane Goodall, die bereits in jungen Jahren ihr Faible für den Kontinent Afrika durchs Bücherlesen entdeckte. Nach einer Ausbildung zur Sekretärin besuchte sie Freunde in Afrika und wurde Mitarbeiterin des Paläoanthropologen Louis Leakey, der Jane Goodall dazu motivierte, das Verhalten frei lebender Menschenaffen (Schimpansen) zu erforschen. Dian Fossey ermutigte er, gleiches mit Blick auf die Gorillas zu tun.

Jane Goodall beobachtete, dass Schimpansen Werkzeuge fertigen und diese in ihrem Alltag nutzen. Sie wurde Zeugin von blutigen Auseinandersetzungen zwischen Affensippen, von Begrüßungsriten untereinander und vieles mehr. Im Anschluss an die Lesung hatten die Mädchen und Jungen viele Fragen.

Die Herbststaffel der Kinderuni Siegen findet vom 7. Bis zum 28. September 2021 voraussichtlich noch einmal digital statt. Das Thema lautet „Zukunft – Was bewegt und morgen?“

Ärzte aus dem Lahn-Dill-Kreis diskutieren Kooperation mit DMGD der Universität Siegen

Vertreter der Haus- und Fachärzte des Lahn-Dill-Kreises und Vertreter der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD) an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen haben jüngst einen gemeinsamen Workshop genutzt, um sich zu vernetzen. Im Zentrum stand dabei eine mögliche Kooperation im Rahmen des Projektantrags „DataHealth Interregio“, der im Juli als Vollantrag beim Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses eingereicht wird.

Im August 2020 wurde die Projektskizze „DataHealth Interregio“ beim Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Förderung durch den Innovationsfonds eingereicht. Anfang 2021 hatte das Projekt, dessen Ziel die Weiterentwicklung der digital‐unterstützten haus‐ und fachärztlichen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist, dann die Aufforderung zum Vollantrag erhalten.

DataHealth Interregio ist Teil des Gesamtvorhabens Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck. Im Rahmen dieser Initiative sind bereits zahlreiche Kontakte zu Gesundheitsakteuren aus dem Dreiländereck und Forschungsprojekte zum Thema Digitale Medizin entstanden. Einbezogen in die Modellregion sind aktuell 85 Haus-, Facharzt- und Gemeinschaftspraxen, drei Apotheken und drei Pflege- und Seniorenheime. Im Rahmen des Projekts „DataHealth Interregio“ wurden nun auch Haus- und Fachärzte aus dem Lahn-Dill-Kreis in Hessen dazu eingeladen, an der DMGD mitzuwirken. Dazu fand ein Kooperationsgespräch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit statt. Als Interessenvertreter von Lehrpraxen für die Perspektiven der niedergelassenen Ärzteschaft im Lahn-Dill-Kreis und benachbarten Kreisen nahm Prof. Dr. med. Joachim Kreuder teil, der am Universitätsklinikum Gießen das Institut für Primärärztliche Versorgung und Hausärztliche Medizin leitet.

Der Projektleiter der Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck und Konsortialführer des Vorhabens DataHealth Interregio, Dr. Olaf Gaus, erläuterte den Diskussionsteilnehmern den aktuellen Stand des Konzeptes. Dabei sprach er sich für eine erweiterte Einbindung und Unterstützung der Haus‐ und Fachärzte aus Teilen Hessens, Nordrhein‐Westfalens und Rheinland‐Pfalz für das bundeslandübergreifende Modell aus. Die am Projekt beteiligte Ärzteschaft, so der Vorschlag, würde als Kern der Aktivitäten von ihnen betreuten Patientinnen und Patienten im Fall einer Förderung ein digitales Vitaldatenmonitoring verschreiben, das zusätzliche Gesundheitsinformationen liefert, wovon alle Beteiligten im Arzt‐Patienten‐Gespräch profitieren können. Das angestrebte Ziel sei, der Datenmobilität vor der Patientenmobilität den Vorzug zu geben.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde über die konkrete Machbarkeit und Umsetzung des Projekts diskutiert. Prof. Dr. med. Joachim Kreuder sprach sich für eine Erweiterung der Gespräche aus und lud die Vertreterinnen und Vertreter der DMGD dazu ein, an einer Sitzung mit den Ärztinnen und Ärzten seines Instituts und der Region teilzunehmen. Auch Lars Bongartz (Kaufmännische Leitung Landarztnetz Lahn-Dill) äußerte sich positiv zu der Initiative und forderte die Beteiligten dazu auf, mit einem konkreten Plan für eine Zusammenarbeit auf das Landarztnetz Lahn-Dill zuzukommen. Dr. med. Kaweh Schayan-Araghi (Ärztlicher Direktor, Gründer, Gesellschafter ARTEMIS Augenkliniken) unterstützt grundsätzlich das Konzept zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, wie es im Projektantrag „DataHealth Interregio“ zum Ausdruck kommt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Praxen und der Hausarztmedizin ins Gespräch kommen“, sagte Prof. Dr. Christoph Strünck (Dekan der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen) am Ende des Austauschs. „Gemeinsam wollen wir, ausgehend von der Primärversorgung, in die Fläche schauen. Sowohl im Sinne der Patientinnen und Patienten als auch aus Perspektive der Ärzteschaft kann die Digitalisierung im Gesundheitssystem eine große Chance sein – und deshalb ist es so erfreulich, dass wir uns hier vernetzen und gemeinsam an diesem Projekt arbeiten.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zu Gast bei Michael Wäschenbach (MdL)

Der CDU-Landtagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz, Michael Wäschenbach, organisierte eine virtuelle Konferenz, um gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, sowie weiteren Teilnehmenden über die sozialpolitischen Herausforderungen und potenziellen Problemlösungen hinsichtlich der Covid-19-Pandemie zu diskutieren. Dabei rückte auch die länderübergreifende Initiative „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ an der Universität Siegen in den Blick, die zum Ziel hat, ärztliches und nicht-ärztliches Personal durch digitale Angebote zu entlasten.

Im Vordergrund der von Michael Wäschenbach organisierten digitalen Veranstaltung stand die Frage, wie sich eine länderübergreifende, umfassende Sozialpolitik gestalten lässt, die den negativen sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie für die Bevölkerung entgegenwirken kann. Zwei wesentliche Faktoren für eine erfolgreiche Corona-Krisenbewältigung, darin waren sich die Teilnehmenden schnell einig, seien vor allem Solidarität und die Akzeptanz digitaler Angebote.

Zukunft der gesundheitlichen Versorgung verlangt intersektorale Digitalisierung

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, verwies auf die zwingende Notwendigkeit einer fortschreitenden Digitalisierung in Deutschland, deren Bedarf sich jetzt in der Krise sehr deutlich zeige. Durch die zunehmende Digitalisierung entstehe die Möglichkeit, Fachwissen von Räumen unabhängig zu machen und alle Bevölkerungsschichten daran teilhaben zu lassen, so Laumann.

Hier setzen auch die Forschungsprojekte der vom Forschungskolleg (FoKoS) und der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen entwickelten Initiative „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD) an. Dabei zeigt sich, dass ein zukünftiger ärztlicher Versorgungsmangel insbesondere im ländlichen Raum durch eine intersektorale und interprofessionelle digitale Gesundheitsversorgung, beispielsweise in Form digitaler Gesundheitsdatenplattformen, kompensiert werden kann und sollte.

Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer des FoKoS und Projektleiter der DMGD, betonte: „Das Zusammenbringen von Hochkompetenzen im Gesundheitsbereich, von akademischen Krankenhäusern bis hinein in die intersektorale Fläche – Hausarztpraxen, Pflegeeinrichtungen, ambulant und stationär – das wollen wir versuchen, in digitalen Modellen zu lösen“. Für einen solchen Ansatz seien jedoch die Akzeptanz von Patienten, ärztlichem sowie nicht-ärztlichem Personal und der Bevölkerung ausschlaggebend.

Die Akzeptanz und Etablierung einer flächendeckenden Datenmedizin, wie sie in den Projekten der DMGD konzipiert wird, verfolgen das Ziel, Kreise und Kommunen im Dreiländereck zu stärken. Dies müsse eine Aufgabe der Sozialpolitik sein, indem Bürger*innen in digitale ärztliche Versorgungsalternativen eng einbezogen werden. Dabei müssen gesetzliche Regelungen, die die Schranken für eine sich rasch entwickelnde Datenmedizin bilden, beachtet werden, erläuterte Wäschenbach.

Die Aufzeichnung des Live-Chats sehen Sie hier.

„Der Schlüssel liegt in der Vernetzung“ – Landrat Hallerbach diskutierte digital unterstützte Patientenautonomie durch stärkeren intersektoralen Austausch im Gesundheitswesen

Der Landkreis Neuwied hat eine Expertenkommission einberufen, die sich mit möglichen zukünftigen Engpässen in der Gesundheitsversorgung befasstAuf Grundlage der demografischen Entwicklung sowie des anhaltenden urbanen Trends ist zu befürchten, dass in den kommenden Jahren die Hälfte der niedergelassenen Hausarztpraxen auf dem Land nicht erhalten bleiben können, ebenso wie kleinere Krankenhäuser. Durch eine Vernetzung der Gesundheitsakteure und mit Hilfe digitaler Unterstützungsmöglichkeiten sollen Lösungen entwickelt werden, die auf eine Optimierung des Einsatzes vorhandener Ressourcen abstellenAnhand der Projektstudie „Patient-Focused Care – Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ im Rahmen der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen könnten Handlungsempfehlungen für die Region erarbeitet und anschließend in einem Entwicklungsprojekt umgesetzt werden. 

„Der Schlüssel liegt in der Vernetzung“, sagte der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach in dem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Olaf Gaus, Projektleiter der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD), und Martina ThelenGeschäftsstellenleiterin des Gesundheitsregion KölnBonn e. V.die die Zusammenkunft des Kreises, der Universität und dem Gesundheitsnetzwerk forciert hatte. Aufgrund finanziell kritischer Lagen werden immer mehr ländliche Krankenhäuser, die der Grundversorgung dienen, geschlossen. Gerade die Pandemie habe aber gezeigt, dass der Erhalt dieser Einrichtungen wichtig ist, erklärte Hallerbach und ergänzte: „Krankenhäuser wie Linz, Dierdorf und Asbach bieten eine gute Grundversorgung und werden gebraucht. Hier müssen wir die Vernetzung stärken, gerade im Bezug zu Pflegeeinrichtungen“. Dr. Olaf Gaus stimmte dem zu und äußerte sich darüber, dass man der Initiative „Virtuelles Krankenhaus“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen entgegenkommen wolle. In dem von ihm vorgestellten Konzept geht es darum, die insgesamt ständig wachsenden Ressourcenbedarfe im Gesundheitswesen durch intelligente, digitale Kommunikations- und Informationsstrukturen effizient miteinander zu verbinden. Gerade in der häuslichen Versorgung stößt man schnell an Versorgungsgrenzen und daher sei es wichtig, digitale Kommunikations- und Informationsstrukturen intersektoral einzusetzen, um mit den zu Pflegenden, den Patienten und Bürgern eine hohe Akzeptanz des Ansatzes durch die Realisierung weiterer Versorgungsnutzen zu erreichen.  

In einer einjährigen wissenschaftlichen Studie „Patient-Focused Care – Digital unterstützte Patientenautonomie durch intersektorale Vernetzung“ würde untersucht werden, wie Lösungswege zur optimierten Vernetzung auf der Grundlage eines „Care@Home-Prinzips“ aussehen könnten. Durch Interviews und Workshops mit verschiedenen Akteuren, wie z. B. Hausärzten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen aber auch Patienten und Bürgern, sollen Akzeptanzfragen geklärt und fachliche sowie technische Bedarfe ermittelt werden. Möglichkeiten der Umsetzung würden auf Grundlage der Studie anschließend in einem Entwicklungsprojekt vor Ort erprobt werden.  

„Die Wertschöpfung muss in der Region bleiben und auch Unternehmen können in einem solchen Projekt unterstützend mitwirken“, motivierte der Landrat eine weitere Perspektive der Gesundheitsentwicklung im Kreis. Er betonte die Bedeutung der Verknüpfung verschiedener Akteure, wodurch mehr Strahlkraft über die Grenzen des Kreises hinaus erzeugt würde. Vor diesem Hintergrund, so Hallerbach, wäre es aus seiner Sicht vorteilhaft, die Gemeinschaftsinitiative „Wir Westerwälder“, welche durch die Landkreise Altenkirchen, Westerwaldkreis und Neuwied getragen wird, einzubinden. Der Kreis Altenkirchen ist bereits Kooperationspartner der Modellregion und hat die Studie „NäPa – Digitale Unterstützung von Nichtärztlichen PraxisassistentInnen für Hausbesuche bei PatientInnen im Kreis Altenkirchen abgeschlossen und plant derzeit ein Entwicklungsprojekt.  

Martina Thelen und Landrat Hallerbach möchten sich im nächsten Schritt mit der Expertenkommission Neuwied und der Initiative „Wir Westerwälder“ beraten. Die diskutierte Studie „Patient-Focused Care“ mit dem Kreis Neuwied könnte – so derzeitige Überlegungen – gut in das Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen“ passen, welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird. Entsprechende Mittel vom Ministerium wurden dem Kreis bereits in Aussicht gestellt. Das Programm fördert Entwicklungen und Umsetzungen digitaler Lösungen im ländlichen Raum. 

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