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Ärzte aus dem Lahn-Dill-Kreis diskutieren Kooperation mit DMGD der Universität Siegen

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Bild: V. Simon
Bei der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ geht es um intersektorale Digitalisierungsansätze, bei denen die hausärztliche Versorgung im Mittelpunkt steht. Um diesen Ansatz länderübergreifend voranzutreiben, entsteht derzeit der Vollantrag „DataHealth Interregio“ beim Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses, der von allen Beteiligten des Gesprächs unterstützt wurde.

Vertreter der Haus- und Fachärzte des Lahn-Dill-Kreises und Vertreter der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (DMGD) an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen haben jüngst einen gemeinsamen Workshop genutzt, um sich zu vernetzen. Im Zentrum stand dabei eine mögliche Kooperation im Rahmen des Projektantrags „DataHealth Interregio“, der im Juli als Vollantrag beim Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses eingereicht wird.

Im August 2020 wurde die Projektskizze „DataHealth Interregio“ beim Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Förderung durch den Innovationsfonds eingereicht. Anfang 2021 hatte das Projekt, dessen Ziel die Weiterentwicklung der digital‐unterstützten haus‐ und fachärztlichen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist, dann die Aufforderung zum Vollantrag erhalten.

DataHealth Interregio ist Teil des Gesamtvorhabens Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck. Im Rahmen dieser Initiative sind bereits zahlreiche Kontakte zu Gesundheitsakteuren aus dem Dreiländereck und Forschungsprojekte zum Thema Digitale Medizin entstanden. Einbezogen in die Modellregion sind aktuell 85 Haus-, Facharzt- und Gemeinschaftspraxen, drei Apotheken und drei Pflege- und Seniorenheime. Im Rahmen des Projekts „DataHealth Interregio“ wurden nun auch Haus- und Fachärzte aus dem Lahn-Dill-Kreis in Hessen dazu eingeladen, an der DMGD mitzuwirken. Dazu fand ein Kooperationsgespräch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit statt. Als Interessenvertreter von Lehrpraxen für die Perspektiven der niedergelassenen Ärzteschaft im Lahn-Dill-Kreis und benachbarten Kreisen nahm Prof. Dr. med. Joachim Kreuder teil, der am Universitätsklinikum Gießen das Institut für Primärärztliche Versorgung und Hausärztliche Medizin leitet.

Der Projektleiter der Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck und Konsortialführer des Vorhabens DataHealth Interregio, Dr. Olaf Gaus, erläuterte den Diskussionsteilnehmern den aktuellen Stand des Konzeptes. Dabei sprach er sich für eine erweiterte Einbindung und Unterstützung der Haus‐ und Fachärzte aus Teilen Hessens, Nordrhein‐Westfalens und Rheinland‐Pfalz für das bundeslandübergreifende Modell aus. Die am Projekt beteiligte Ärzteschaft, so der Vorschlag, würde als Kern der Aktivitäten von ihnen betreuten Patientinnen und Patienten im Fall einer Förderung ein digitales Vitaldatenmonitoring verschreiben, das zusätzliche Gesundheitsinformationen liefert, wovon alle Beteiligten im Arzt‐Patienten‐Gespräch profitieren können. Das angestrebte Ziel sei, der Datenmobilität vor der Patientenmobilität den Vorzug zu geben.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde über die konkrete Machbarkeit und Umsetzung des Projekts diskutiert. Prof. Dr. med. Joachim Kreuder sprach sich für eine Erweiterung der Gespräche aus und lud die Vertreterinnen und Vertreter der DMGD dazu ein, an einer Sitzung mit den Ärztinnen und Ärzten seines Instituts und der Region teilzunehmen. Auch Lars Bongartz (Kaufmännische Leitung Landarztnetz Lahn-Dill) äußerte sich positiv zu der Initiative und forderte die Beteiligten dazu auf, mit einem konkreten Plan für eine Zusammenarbeit auf das Landarztnetz Lahn-Dill zuzukommen. Dr. med. Kaweh Schayan-Araghi (Ärztlicher Direktor, Gründer, Gesellschafter ARTEMIS Augenkliniken) unterstützt grundsätzlich das Konzept zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, wie es im Projektantrag „DataHealth Interregio“ zum Ausdruck kommt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Praxen und der Hausarztmedizin ins Gespräch kommen“, sagte Prof. Dr. Christoph Strünck (Dekan der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen) am Ende des Austauschs. „Gemeinsam wollen wir, ausgehend von der Primärversorgung, in die Fläche schauen. Sowohl im Sinne der Patientinnen und Patienten als auch aus Perspektive der Ärzteschaft kann die Digitalisierung im Gesundheitssystem eine große Chance sein – und deshalb ist es so erfreulich, dass wir uns hier vernetzen und gemeinsam an diesem Projekt arbeiten.“

AutorIn: F. Walsdorff
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