Design Thinking für Fortgeschrittene – Die Welt verstehen, indem wir etwas machen

Design Thinking für Fortgeschrittene – Die Welt verstehen, indem wir etwas machen

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Vom 16. bis 18. Oktober tagte der erste Design Thinking Kurs für Fortgeschrittene an der HPI Academy in Potsdam und gleich am darauffolgenden Freitag wurde das Erlernte auf Change Management-Tools angewendet. Ein fantastischer Austausch zwischen Experten folgte dem intensiven Eintauchen in eine der am häufigsten verwendeten Management-Methoden der heutigen Zeit. Mitten drin waren FoKoS-Mitarbeiter Hans Christian Klein und Frederike Oschinsky, welche in Siegen an Zukunfts- und Innovationsthemen im Bereich Zukunft der Stadt und Zukunft der Arbeit forschen. Sie freuten sich über die Möglichkeit tiefer in die Innovationsmethode des Design Thinking einzusteigen und von den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen dieses Forschungsgebiets zu profitieren.

Innovationen anschieben, Change-Prozesse in Unternehmen steuern und managen, die digitale Transformation erfolgreich meistern und neue Geschäftsmodelle erschließen – dafür bietet die HPI Academy seit 1999 maßgeschneiderte Kurse und Workshops für Berufstätige, Fach- und Führungskräfte an. Sie vermittelt in verschiedenen Workshops das notwendige Wissen, das entsprechende Mindset und die Werkzeuge praxisnah und effizient. Auch der Programm-Manager des Fortgeschrittenenkurses, Dr. Holger Rhinow, verfügt über langjährige Erfahrung in internationalen Strategie- und Innovationsprojekten und ist Teil eines Netzwerkes von weit über 200 erfahrenen Design-Thinking-Coaches. Weitere Coaches und Keynote-Speaker unterstützen ihn bei der Gestaltung des Kurses.

Am ersten Tag betonte Design Thinking Experte Oliver Kempkens die Bedeutung einer vertrauensvollen Atmosphäre bei der Durchführung von explorativen Interviews. Am zweiten Tag unterstrichen am HPI forschenden Wissenschaftler Karen von Schmieden und Axel Menning die Notwendigkeit, genug Flexibilität bei der Ideenfindung zu gewährleisten und Ideen danach beharrlich weiterzuentwickeln. „Es ist wichtig zu sehen, wie Teammitglieder mehr als 40 Mal Ideen hin und her springen lassen, bevor sie zum Kern einer Idee kommen“, beschrieb Axel Menning. „Ideenreichtum und Kreativität haben nicht nur mir Talent und angeborener Eigenschaft zu tun. Teils ist es einfach harte Arbeit und erlernbar“, nimmt Hans Christian Klein mit. Am dritten Tag besuchte Prototyping-Experte Lukas Liniany den Workshop. Seiner Meinung nach umfasst die Benutzererfahrung auch viele Aspekte, für die wir nicht direkt planen können. Dafür braucht es Offenheit und Agilität.

Prof. Jonathan Edelmann & Dr. Felix Hoch ergänzten am 25. Oktober den 1-tägigen Workshop „Design Thinking meets Change Management“. Das Design Thinking-Mindset wurde auf die gängigen Werkzeuge des Change Management übertragen. So wurde das Tool “Ablaufplan” gehackt und re-designed. „Man muss sich vor Augen halten, dass 70% aller Change-Initiativen scheitern. Wir haben es mit grundlegenden Problemen zu tun“, führte Prof. Jonathan Edelmann zu Beginn ein. Das Design Thinking-Mindset bietet hier enormes Potential und so konnten in dem Workshop wichtige Erkenntnisse für neue Tools im Change Management gewonnen werden.

Viele moderne Arbeitsmethoden sind nur Kinder ihrer Zeit und teils auch schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Aber Design Thinking am HPI ist wissenschaftlich geladen und eine notwendige Weiterentwicklung der bekannten Arbeitsweisen für alle „Design-Disziplinen“ im digitalen Zeitalter. Aber nicht nur Software- oder Plattformentwicklungen können die Methode für sich nutzen. Für alle Disziplinen aber auch insbesondere für „brick&mortar“-Disziplinen steckt enormes Potential in der Methode, indem man den Menschen ins Zentrum jeglicher Gestaltung stellt. Genaugenommen handelt es sich auch nicht nur um eine Methode, sondern vielmehr um eine am Menschen orientierte Haltung bei der Gestaltung unserer zukünftigen Lebenswelten.

 

Text und Foto: Christian Klein

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