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Interdisciplinarity Revisited – Frederike Oschinsky sieht Zukunftspotenzial in interdisziplinärer Forschung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Forschung und Lehre wird seit langem gefordert und praktiziert. Aber was bedeutet Interdisziplinarität eigentlich – und wo sind Grenzen und Risiken? FoKoS-Mitarbeiterin Frederike Oschinsky besuchte vom 2. bis 4. Oktober das Symposium ‚Interdisciplinarity Revisited‘ im neu eingeweihten Humboldt Forum im Berliner Schloss, um verschiedene Konzepte der Interdisziplinarität sowie die Potenziale der interdisziplinären Forschung für die Hochschulbildung zu diskutieren. Als geladene interdisziplinäre Nachwuchswissenschaftlerin gab sie einen Einblick in die Abwicklung ihres aktuellen interdisziplinären Projekt „Mind Wandering in Information Technology Use“.

Ausgewählte internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Kontinente durften vor dem Symposium an einem vorbereitenden Workshop teilnehmen, in welchem sie ihre aktuellen interdisziplinären Forschungsprojekte präsentierten. An Folgetag konnten sie ihre Themen in einem Kurzvortrag vor dem gesamten Fachpublikum vorstellen und interessierten Gästen in einer Poster-Präsentation näherbringen. FoKoS-Mitarbeiterin Frederike Oschinsky freute sich über diese einmalige Chance und stellte ihr Thema „When not all those who wander are lost – The interdisciplinary journey towards mind wandering in information technology use” vor. Inspiriert durch aktuelle Studien der Wirtschaftsinformatik, der Psychologie und der Neurowissenschaften forscht sie gemeinsam mit Herrn Dr. Michael Klesel am Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) zu den Potentialen des Gedankenabschweifens für kreative Ideen am Arbeitsplatz. „Es ist widerlegt, dass wir uns pausenlos fokussieren können – zu 50 % des Tages sind wir in den Gedanken ganz woanders!“, betont sie. „Doch um die zugrundeliegenden Mechanismen genauer zu verstehen, brauchen wir die Befunde unterschiedlichster Disziplinen. Genau dies macht unsere Tätigkeit jedoch auch so spannend und lebendig.“

Interdisziplinarität sollte in Forschung, Lehre und Hochschulleben selbstverständlich geworden sein. Ernst genommen wird das Denken über den eigenen Horizont hinweg jedoch an wenigen Orten. Das FoKoS sticht hierbei hervor und verwendet das fächerübergreifende Herangehen bereits zahlreich, um Forschungsdesigns, Projekte, und sogar Forscherinnen und Forscher oder das Institut selbst zu charakterisieren. Die Auswirkungen der Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder Methoden verschiedener Fachrichtungen entsprechen wird hier immer wieder neu reflektiert und mit Leben gefüllt. Die im Juli 2017 neu gegründete Lebenswissenschaftliche Fakultät (LWF) der Universität Siegen ist ein weiteres Beispiel für die Entstehung neuer Forschungsfelder durch einen interdisziplinären Ansatz und die positiven Auswirkung einer solchen Herangehensweise auf die universitäre Lehre und Forschung.

Das Symposium wurde gemeinsam von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und der Volkswagen-Stiftung organisiert wurde. Frederike Oschinsky fasst zusammen: „Der Austausch mit Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftlern zeigt eindrucksvoll, wie viel Zukunftspotenzial in interdisziplinärer Forschung steckt! Ich bin froh, dabei sein zu dürfen, wenn die wichtigsten und schwierigsten Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam gelöst werden.“

AutorIn: Frederike Oschinsky
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